„Den Weinbau müssen wir nicht alle zehn Jahre neu erfinden, den gibt es in Senftenberg schon seit dem 11. Jahrhundert!“
Franz Proidl

Weingärten in Steillagen

Unser größtes Kapital sehen wir in den bis zu 60 Grad steilen Lagen im Durchbruchstal der Krems. Viele davon haben wir im letzten Jahrzehnt rekultiviert, das heißt von Gestrüpp, Wald und Felsen befreit und damit so manche Riede aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erweckt. Unser Paradebeispiel: die Riede Ehrenfels.

Das Wissen um den Wert  karger, steiniger Steillagen, verewigt in Sätzen wie „Wo der Pflug kann gehen, kein Weinstock soll stehen“, scheint im Marketinggetöse unserer markensüchtigen Konsumgesellschaft zu verblassen. Dabei hat der aus Winningen an der Mosel stammende Dr. Carl Wilhelm Arnoldi die Sache bereits im 19. Jahrhundert auf den Punkt gebracht: „In guten Jahren ist das Produkt der Ebene ausnehmend reich, aber nicht haltbar, sodass es in den ersten Jahren verbraucht werden muss. Es schadet dabei dem Renommee eines Weinortes. Haltbarer Lagenwein wächst nur im Gebirg!“

Sicher hat sich vieles seither verändert. Dank mancher Helferlein im Weingarten und vor allem im Keller werden mittlerweile aus tiefgründigen Flachlagen, selbstverständlich auch bei uns im Betrieb, sehr gute preiswerte Alltagsweine erzeugt. Nur für das „Alltägliche“, welch  eine Verschwendung des Kulturgutes Wein zum Wohle steigender Umsätze in immervollen Supermarktregalen. Wir freuen uns, über Lagen und Böden zu verfügen, die das Besondere zulassen, ja geradezu herausfordern und daher einer genaueren Betrachtung wert sind.