Auszüge der vergangenen Jahre

Gault Millau 2013

Franz Proidl, der Mann fürs Spezielle. Mainstream hat Proidl noch nie interessiert, Extravaganz und Auslotung des Potenzials dagegen sehr. Seine Weine fordern, sind mitunter schockierend, aber immer eine Klasse für sich. 2011 gelang eine fantastische Serie, die Ehrenfels - Weine sollten in keiner Sammlung fehlen.

Peter Schleimer - Chefredakteur Vinaria-Magazin
„Die Ehre der Proidls“

Beinahe wäre der Ehrenfels in der Versenkung verschwunden und nie wieder aufgetaucht - vergessen war er jedenfalls lange genug. Dass diese klassische Urgesteinsriede heute wieder große Lage sein darf, verdankt sie einem Mann. Der Winzer, der dem Senftenberger „Weinfels“ die Ehre zurückgab, ist Franz Proidl. 


Luzia Schrampf - Der Standard
„Der Winzer als Humorist“

Franz Proidl erzeugt in Senftenberg im hinteren Kremstal Rieslinge und Grüne Veltliner mit Tiefgang und ausgeprägten mineralischen Noten. In seinen Weingärten muss man teilweise „sprengen, wenn man dort graben will“. Franz Proidl ist ein heiterer Mensch, der mit humoriger Distanz zum Beispiel auch die Tatsache zur Kenntnis nimmt, dass er zwar von jenen aufs tiefste verehrt wird, die ihn und seine Weine entdecken konnten, aber auf der anderen Seite noch immer den „Geheimtipps“ und „Unbekannten“ zugerechnet wird. Denn die Proidlschen Veltliner und Rieslinge zählen nicht gerade zu jenen Weinen, die mit intensiver Primärfruchtigkeit und plakativen Aromen im frühesten Stadium auffallen, sind also meistens in Zeiten, in denen die Verkoster unterwegs sind, um für diverse Guides über aktuelle Jahrgänge zu urteilen, so zurückhaltend, dass man schon viel Zeit einplanen sollte, um den Weinen auch nur ansatzweise gerecht zu werden.


Gault Millau - Weinführer 2010

Man muss schon sehr viel Geduld aufwenden, um ein abschließendes Urteil über Proidls Weine abgeben zu können. Denn in kaum einem Weingut gären Rieslinge und Grüne Veltliner so lang wie hier. Proidls Paradelage ist der so genannte Ehrenfels, direkt unter der Burgruine gelegen und in jahrelanger Arbeit rekultiviert. Jahr für Jahr ringt er dieser Extremlage unglaubliche Mineralik ab. Reinzuchthefen und rasche Abfüllung sind für Franz Proidl grundsätzlich tabu, wobei er sich nicht nur in dieser Hinsicht sehr von anderen Top-Produzenten unterscheidet. Franz Proidl wurde trotz exorbitanter Qualitäten und entsprechender Erfolge weder zum Guru noch zum Wein - Superstar, sondern blieb erfreulicherweise ein sehr „normaler“ Winzer.



Gault Millau - Weinführer 2011

Franz Proidl nimmt es relativ gelassen und kümmert sich wenig darum, wie lange oder wie kurz die Weine gären, ob sie Restzucker oder eben keinen besitzen, ob sie 14 oder gar 16 % Alkohol aufweisen.

Um es auf den Punkt zu bringen: es ist ihm komplett egal.

Der - trotz seines Erfolges - am Boden gebliebener Winzer ist ein Mann, der aus dem Bauch heraus arbeitet und den Weineb so lange Zeit gibt, wie sie benötigen. Ein unglaublich spannender Winzer - so empfinden wir auch seine Weine. Er lässt die Lagen den Ton angeben, hört ihnen zu und lernt von ihnen. Und sie scheinen ihm Grandioses zu erzählen. Seine einzigartigen Rieslinge könnten auch aus dem Mosel-Saar-Ruwer-Gebiet stammen, so mineralisch und mit Tiefgang zeigen sie sich.

Man kann es kaum glauben, dass Proidl tatsächlich Autoditakt ist - sein Lehrmeister, so der Winzer, sei seine Paradelage Ehrenfels gewesen.


Dr. Walter Kutscher in Weinland Österreich unter dem Titel
„Der mit dem Berg spricht“

Geduldspieler - Spieler mit langem Atem Die langsame Gärführung, bei den Topweinen bis zu 6 Monate, bewirkt, dass auf natürliche Weise etwas Restsüße zurückbleibt, die aber stets von der markanten Säure abgepuffert wird. Abfüllung und Vermarktung fordern dann schon ein bisschen Geduld. Aber wenn man seinen Namen erstmals schon 1650 erwähnt findet und der Hof, in dem man in Senftenberg residiert, seit 1738 der Familie gehört, die neunte Generation mit Andrea und Franz Proidl am Werken und die zehnte Generation mit Philipp, Raphaela und Patrick Proidl am Heranwachsen ist, was sind dann schon ein paar Monate? Der pfiffige und wortgewandte Franz liebt nicht die großen Auftritte, sondern das persönliche Gespräch mit seinen Kunden, seinen Freunden, bei dem er seine Weinbaumaximen preisgibt und seine „Kinder“ vom Senftenberger Ehrenfels, vom Hochäcker und vom Pfeningberg auf so sympathische Weise und mit einigem Humor präsentiert.


Armin Faber in „Spitzenweingüter Österreichs“

Wer das Besondere sucht, kommt an den Weinen von Franz Proidl nicht vorbei. Ein ungewöhnlicher Winzer mit außergewöhnlichen Lagen, spektakulären Weinen und skurrilen Etiketten.